Menschenrechtliche Sorgfaltspflichten? EDP zu Arbeitsbedingungen in Kenia

Im Herbst 2024 können Führungskräfte im Rahmen des Exposure- und Dialogprogramms Arbeitsprozesse in kenianischen Unternehmen kennenlernen.

 

Am Gesetz über unternehmerische Sorgfaltspflichten in Lieferketten und der EU-Lieferketten-Richtlinie scheiden sich die Geister.
Deutsche und europäische Firmen befürchten hier – je nach politischer Positionierung – schwerwiegendste Menschenrechtsverletzungen (z. B. bei Kinderarbeit, Landraub, Gesundheitsgefährdung) oder bürokratische Mehrarbeit bzw. potenzielle Wettbewerbsnachteile, die bei Beachtung auf sie zukämen. Selten wird differenziert betrachtet, was Zulieferer bereits heute leisten müssen, um ihren eigenen nationalen Gesetzen zu entsprechen. Arbeitsgesundheitsschutz zu gewährleisten und zuverlässig Löhne zu zahlen, stellt für viele kleine und mittelständische Unternehmen in den Partnerländern bereits eine Herausforderung dar. Wer menschenrechtliche Sorgfaltspflichten kontextbezogen realisieren will, benötigt persönliche Erfahrungen für die Zusammenarbeit mit Unternehmensverantwortlichen und Einblicke in die Lebenswirklichkeit von Arbeiternehmer*innen am Beginn internationaler Lieferketten.

Vom 27. Oktober bis 2. November 2024 ermöglichen wir in einem Exposure- und Dialogprogramm Führungskräften aus Politik, Unternehmen, Gewerkschaften, Entwicklungszusammenarbeit und Zivilgesellschaft, Arbeitsprozesse in Kenia kennen zu lernen.

 

Wissenswert

Exposure und Dialog® – Als Teilnehmer*in leben Sie für drei Tage bei einem/r gemeinsam mit unseren Partnern ausgewählten und auf Ihren Besuch vorbereiteten Gastgeber*in, der/die in einem Unternehmen arbeitet oder als selbständige*r Erzeuger*in direkt oder indirekt für internationale Lieferketten produziert. Sie tauchen ein in das alltägliche Lebens- und Arbeitsumfeld Ihrer Gastgeber*in und erleben aus erster Hand wie unternehmerische Risiken zur Realisierung von Sozialstandards gehandhabt werden und wie die Sozialpartner Interessens- und Vertragskonflikte versuchen zu bearbeiten.

 

Die Gastgeber*innen sind klein- und/oder mittelständische Unternehmer*innen der Lebensmittelerzeugung und -verarbeitung. Die Teilnehmenden bekommen Einblicke in alltägliche Arbeitsabläufe und lernen, mit welchen Herausforderungen und Chancen bei der Realisierung von Arbeiternehmer*innen-Rechten und anderen Sozialstandards zu rechnen ist. Sie erfahren aus erster Hand, wie Risikomanagement-Maßnahmen priorisiert werden oder welche Rolle die Einhaltung von Arbeitszeiten und die Zahlung gerechter Löhne, Arbeitsgesundheitsschutz und die Verankerung des Unternehmens im soziokulturellen Kontext haben. Die Teilnehmer*innen stärken durch die Erfahrung vor Ort ihre Handlungskompetenzen in der Unternehmensentwicklung und tragen in Zusammenarbeit mit Partnern zu verbesserter Nachhaltigkeit in der Lieferkette bei.

Informationen zur Teilnahme und Programm der Veranstaltung

Ihr Kontakt: Jörg Hilgers

30.04.2024