Justine Cibembe: Medienexpertin für Dekolonisierung und den Umgang mit gewaltbelasteter Vergangenheit

Als Fachkraft im Süd-Nord-Programm im Zivilen Friedensdienst von AGIAMONDO arbeitet Justine Cibembe beim Catholic Media Council (CAMECO) in Aachen mit.

CAMECO ist eine gemeinnützige Beratungsorganisation, die sich auf Medien und Kommunikation in Ländern vieler Kontinente spezialisiert hat. CAMECO berät Partnerorganisationen in diesen Ländern zu Medienprojekten und potenzielle Geldgeber, die diese Projekte unterstützen könnten. Bei Justine Neema Cibembes Arbeit als Medienexpertin geht es darum die dekoloniale Perspektive* im Umgang mit gewaltbelasteter Vergangenheit/Dealing with the past (DwP) zu erforschen und die lokalen Partner von AGIAMONDO in diesen Prozess einzubeziehen. Durch ihre Arbeit sollen Gespräche über die vergangene und die aktuelle Gewaltgeschichte in der Region Große Seen gefördert werden.

Ein Ziel ist, dass die Partner zusammen mit Medien der Region Große Seen (Burundi, Ruanda, DR Kongo) eine eigene Perspektive für die Darstellung von Konflikten, Erinnerungen und DwP entwickeln. Um diesen Prozess zu fördern, entwickelt Justine Neema Cibembes diverse Medienformate wie ein Online-Archiv mit Literatur und Lernmaterialien zum (neo-) kolonialen Erbe und zu DwP sowie weitere Edutainment-Formate zu DwP. Sie koordiniert die Inhaltsproduktion, z.B. Podcasts, mit lokalen/ansässigen Medien. Diese sollen in Zusammenarbeit mit den Kommissionen für Gerechtigkeit und Frieden in die Zivilgesellschaft gebracht werden. Justine Neema Cibembe, die ihr Studium mit einem Bachelor in Wirtschafts- und Sozialrecht abgeschlossen hat, startete im Februar bei CAMECO. Wir wünschen ihr weiterhin alles Gute!

* Die dekoloniale Perspektive ist ein kritischer Ansatz, der koloniale Machtstrukturen, Wissenssysteme und Denkmuster analysiert und überwinden will.

24.04.2026