Die Enttäuschung war groß, als Deutschland nicht in den UN-Sicherheitsrat gewählt wurde. Die Erklärungsversuche machten unter anderem die massive Kürzung der deutschen Gelder für internationale Zusammenarbeit dafür verantwortlich. Wenig beachtet wurde die deutsche Zivilgesellschaft, die mit ihren internationalen Partnerstrukturen in dieses diplomatische Anliegen hätte eingebunden werden können. Außer Diplomatie und Handel stärken auch die Beziehungen zwischen Menschen und Organisationen die Außenbeziehungen Deutschlands.
Die internationalen Partnerschaften in der Entwicklungszusammenarbeit werden durch Vertrauen getragen, das auf Verlässlichkeit gründet, die oft seit Jahrzehnten besteht. Daraus entstehen Bildungskooperationen, wirtschaftliche Kontakte und gegebenfalls auch Wege für qualifizierte Fachkräfte nach Deutschland.
Wenn Fachkräftegewinnung heute wichtig ist, warum will man gerade jene Netzwerke schwächen, deren Beziehungen für diese anspruchsvolle Aufgabe genutzt werden könnten?
Entwicklungspolitik ist kein Nebenschauplatz deutscher Politik oder Reservoir für Haushaltskürzungen. Sie ist Teil unserer internationalen Handlungsfähigkeit. Wer heute ihre zivilgesellschaftlichen Träger schwächt, spart nur kurzfristig Haushaltsmittel. Langfristig verliert Deutschland Partnerschaften und seine gesellschaftliche Verankerung in einer immer stärker vernetzten Welt. Das wäre mittelfristig noch teurer.
Der Text ist eine Kurzfassung des Gastbeitrags in der Frankfurter Rundschau von 20.07.2026
27.07.2026


