Von den Bergen in die Wüste – Kommunikationsfachkraft geht nach Jordanien

Vor kurzem noch in Nepal, geht es jetzt für Kathrin Weichselbaumer-Wimmer nach Jordanien. Mit ihrem Studium der Kommunikationswissenschaften ist sie fit für den neuen Job.

Neben der Spezialisierung auf transkulturelle Kommunikation war ZFD-Fachkraft Kathrin Weichselbaumer-Wimmer im Studium der Kommunikationswissenschaften sowie Germanistik zu Forschungszwecken in Island, Nicaragua und China unterwegs. Danach kamen erste berufliche Erfahrungen im Raum Salzburg. Dort war sie für die Gemeindeentwicklung im außerschulischen Jugendbereich mit Advocacy und Jugendförderung zuständig. Und sie stellte fest, dass Dialog- und Netzwerkarbeit genau "ihr Ding" ist: Jugendliche für den Dialog stark zu machen, sie zu ermutigen sich für ihre Wünsche und Bedarfe gegenüber politischen Interessensvertretungen Gehör zu verschaffen. Das hat sie begeistert. Kurz vor ihrer Vorbereitungszeit als AGIAMONDO-Fachkraft ging Kathrin Weichselbaumer-Wimmer noch mal ins Ausland nach Asien. In Nepal engagierte sie sich für Child Protection im Rahmen eines humanitären Einsatzes bei einer NGO. Den anstehenden Ortswechsel beschreibt sie mit einem Augenzwinkern so: "Ich gehe quasi von den Bergen in die Wüste."

Die Kommunikationswissenschaftlerin wird beim regionalen Ableger von URI MENA in Amman/Jordanien mitarbeiten. Die United Religions Initative Middle East North Africa (URI MENA) ist das größte Graswurzelnetzwerk im Nahen Osten und Nordafrika. Für die Friedensarbeit der NGO sind interreligiöse Kooperationskreise eine wichtige Basis. Es sind Gruppen unterschiedlicher Kulturen, Religionen und Weltanschauungen, die zu interreligiösem Dialog, Menschenrechten, Bildung, Gemeinschaftsentwicklung, humanitärer Hilfe, Konfliktlösung, ökologischer Nachhaltigkeit, Jugendförderung sowie politischer Interessenvertretung arbeiten.

Jordanien gilt als stabiles und offenes Land in einer Region, die von politischen, wirtschaftlichen und religiösen Krisen geprägt ist. Die jordanische Gesellschaft zeichnet sich durch eine große kulturelle, ethnische und religiöse Vielfalt aus. Die Hälfte der jordanischen Bevölkerung ist palästinensischer Herkunft, dazu kommen durch die Kriege in den letzten Jahren im Irak, im Jemen und in Syrien ca. 1,36 Millionen Geflüchtete. Auch für Migranten und Geflüchtete aus ostafrikanischen Ländern ist Jordanien ein wichtiger Zufluchtsort. Vor diesem Hintergrund setzt sich URI MENA besonders für die Förderung interreligiöser Zusammenarbeit und friedlicher Koexistenz ein.

Bei Kathrin Weichselbaumer-Wimmers Mitarbeit stehen Kommunikationsstrategien, Netzwerkarbeit sowie die Unterstützung der Kooperationskreise im Mittelpunkt. Die Sichtbarkeit von URI MENA will sie durch gezielte Kommunikationsmaßnahmen steigern.

Über ihre neue Stelle in Amman sagt sie: "Religionen sind aus meiner Sicht ein wesentlicher Bestandteil unserer Gesellschaft: Sie prägen unsere Kultur und insbesondere unser Zusammenleben. Als ZFD-Fachkraft möchte ich die AGIAMONDO-Partnerorganisation URI MENA dabei unterstützen, Dialoge zu ermöglichen, ihre Netzwerke auszubauen und ihre beeindruckenden Erfolge sichtbarer zu machen. Dialogprozesse sehe ich als eines der wichtigsten Instrumente, um Menschen zusammenzubringen und Vorurteile abzubauen. Als Germanistin (Sprachwissenschaftlerin) bin ich zudem überzeugt, dass Worte eine große Macht und Bedeutung haben. Ein Konflikt kann ohne Dialog nicht gelöst werden."

Kathrin Weichselbaumer-Wimmer reist am 1. Juni nach Jordanien aus. Wir wünschen ihr alles Gute für den Start in Amman.

27.05.2026

Text: Ursula Radermacher