Vier Jahre ist es her, dass Russland seine Vollinvasion in der Ukraine gestartet hat. Seitdem hat sich das Leben aller Ukrainer*innen geändert: viele mussten aus ihrer Heimat in andere Gebiete oder auch ins Ausland fliehen, oft haben sie Angehörige verloren, Daheimgebliebene müssen um ihr eigenes Leben fürchten, viele Männer und Frauen kämpfen an der Front. Die aktuelle Winter-Kriegstaktik Russlands zielt auf den Zugang zu Strom und Wärme, was gerade für Ältere, Kranke und Kinder lebensbedrohlich ist.
Inmitten dieser erschwerten Lebensumstände setzen sich ukrainische zivilgesellschaftliche und kirchliche Organisationen für Menschlichkeit, Solidarität, Frieden und sozialen Zusammenhalt ein. Die Partnerorganisationen von AGIAMONDO, GIZ, Kurve WUSTROW und Pro Peace, die alle Träger des Zivilen Friedensdienst (ZFD) sind, berichteten in Berlin im Rahmen einer Speaking Tour anlässlich des vierten Jahrestags der russischen Vollinvasion von ihrer Arbeit. Dabei stellten sie über drei Tage bei verschiedenen Formaten gegenüber Politik und Öffentlichkeit ihre Kernbotschaft vor: Zivilgesellschaftliche Arbeit inmitten des Krieges ist jetzt schon Friedensarbeit. Der Aufbau einer sozialen Infrastruktur ist essenziell, damit die Ukrainer*innen ihre Zukunft gestalten können.
Eindrücke vom Café Kyiv - Vernetzung und Stimmen aus der Praxis
Das Café Kyiv der Konrad-Adenauer-Stiftung bietet seit 2023 um den 24.02. im Filmpalast Colosseum in Berlin einen Raum für Begegnung, Austausch und Solidarität unterschiedlicher Akteure, die über die Ukraine und ihre Zukunft sprechen. Bei der diesjährigen Veranstaltung hatten Vertreter*innen der ukrainischer Partnerorganisationen des ZFD die Möglichkeit, auf einem eigenen Panel zum Thema „Zivile Konflikttransformation und sozialer Zusammenhalt inmitten des anhaltenden Krieges“ von ihrer Arbeit für den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu berichten.
Evakuierungen aus Frontgebieten, Dokumentation von Kriegsverbrechen, Theater der Unterdrückten und Unterstützung von Lehrkräften: die Arbeit der ZFD-Partnerorganisationen trägt dazu bei, gesellschaftliche Spaltung zu verhindern, die durch die ungleichen Auswirkungen des Kriegs in der ukrainischen Gesellschaft entstehen. Durch Begegnungstreffen, Dialog und Theater können Ukrainer*innen, die alle individuell vom Krieg betroffen sind, wieder zu einem gegenseitigen Verständnis finden. Darüber hinaus können Erfahrungsberichte über Gewalt und Kriegsverbrechen denjenigen helfen, für die es zu schmerzhaft ist über eigene Erlebnisse zu sprechen. Um mit Erlebnissen von Flucht, Gewalt und Krieg umzugehen ist es wichtig, dass es bereits während des Kriegs Traumaarbeit für Betroffene gibt.
Neben Paneldiskussionen, Ausstellungen und Filmvorführungen bot das Café Kyiv die Möglichkeit, dass bei ukrainischem Essen wie Wareniki oder Borschtsch Gespräche und Freundschaften entstehen und ukrainische Kultur erlebbar wird.




