Fachaustausch zu Dekolonisierung in der Friedensarbeit

Für AGIAMONDO mit dabei waren (von links) Nubia Salamanca von unserer Partnerorganisation Coordinación Regional del Pacífico Colombiano (Regionales Netzwerk der kolumbianischen Pazifikküste), Brother Bruno Dada, Vizekanzler unserer Partnerorganisation Katholische Universität Südsudans, Nora Lambers aus dem Team ZFD der AGIAMONDO Geschäftsstelle, Zadi Patrick Zadi, Koordinator aus unserem ZFD-Landesprogramm Südsudan und Justine Cibembe, Süd-Nord-Fachkraft bei CAMECO - Catholic Media Council.

Wie kann Friedensarbeit dekolonisiert werden? Wichtig kann dabei sein, sich bewusst zu machen, wer Wissen produziert, wer Entscheidungen trifft und wessen Verständnis von Frieden eine Rolle spielt.

Diese Fragen bewegten Anfang September in Aachen einen Fachaustausch des Zivilen Friedensdienst mit Expert*innen und Kolleg*innen aus verschiedenen Ländern, Regionen und kulturellen Kontexten.

Für die Arbeit von AGIAMONDO im Zivilen Friedensdienst ist Partnerorientierung ein wichtiges Prinzip. Das Ziel ist auf Augenhöhe miteinander zu arbeiten – auch wenn es wie oft in menschlichen Beziehungen –  weiterhin unterschiedliche Machtverhältnisse gibt. Es geht darum sie sichtbar zu machen und möglichst in ein Gleichgewicht zu bringen.

Nubia Salamanca, Coordinación Regional del Pacífico Colombiano, fasst ihre Gedanken aus dem Fachaustausch so zusammen:

"Dekolonialität muss aus der Perspektive derjenigen verstanden werden, die sie selbst erlebt haben. Das bedeutet, zu betrachten, wie Afrika, Asien und Lateinamerika über dieses Thema reflektiert haben, welche eigenen Narrative daraus entstanden sind und zu berücksichtigen, dass wir in Kontexten wie Lateinamerika neue Formen von Kolonialisierung erleben. Dabei geht es nicht nur um die historische Kolonisierung, die Invasion vor mehr als 500 Jahren, sondern auch um eine moderne Kolonisierung. Diese umfasst miteinander verflochtene politische, wirtschaftliche und ideologische Elemente, die reale Auswirkungen für den Alltag von lokalen Communities haben, sowie es beispielsweise in Kolumbien insbesondere an der Pazifikküste der Fall ist."

Justine Cibembe, Süd-Nord-Fachkraft bei CAMCECO, hebt hervor: "Friedensarbeit zu dekolonialisieren bedeutet, den Wandel von einem Handeln für Menschen hin zu einem Handeln mit Menschen zu vollziehen und letztlich Bedingungen zu schaffen, unter denen sie Prozesse selbst definieren, gestalten und verantworten können. Dies erfordert, nicht nur zu hinterfragen, wer Friedensarbeit umsetzt, sondern auch, wer Wissen produziert, wer kommuniziert, wer Entscheidungen trifft und wessen Verständnis von Frieden maßgeblich ist."

Bei dem Austausch mit dabei waren Zadi Patrick Zadi, AGIAMONDO-Koordinator des ZFD-Landesprogramms Südsudan, Brother Bruno Dada, Vizekanzler von der Partnerorganisation Katholische Universität Südsudans, Nubia Salamanca, von unserem Partner Coordinación Regional del Pacífico Colombiano (Regionales Netzwerk der kolumbianischen Pazifikküste), Justine C., Süd-Nord-Fachkraft bei CAMECO (Catholic Media Council) und Nora Lambers, aus dem Team ZFD der AGIAMONDO Geschäftsstelle. Wir danken allen Teilnehmer*innen, die für AGIAMONDO an dem Fachaustausch teilgenommen haben.

01.09.2026

Text: Hannah Reger, AGIAMONDO-Trainee (bearbt. Ursula Radermacher)