Drei Fragen an Grace Achot

Grace Achot ist Programm-Managerin bei FAPAD. Sie erklärt, wie ökologische Friedensarbeit (Environmental Peacebuilding) Konflikte verhindert bzw. verringert, wenn eine legale und schonende Nutzung von natürlichen Ressourcen in Schutzgebieten ermöglicht wird.

Was ist FAPAD für eine Organisation?

FAPAD ist eine Menschenrechtsorganisation, die 2004 gegründet wurde. Unsere Mission ist es, dass wir die UN-Menschenrechtskonvention und die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung vorantreiben und das Wohlergehen aller fördern – und darauf achten, sie einzubeziehen. Bei unserer Arbeit geht es darum, niemanden zurückzulassen und langfristige, nachhaltige Wirkungen zu erzielen. Entsprechend arbeiten wir viel mit marginalisierten Gruppen.

In welchem Kontext wurde FAPAD gegründet?

Uganda, insbesondere der Norden, hat über viele Jahrzehnte unermessliches Leid durch den Konflikt zwischen der Rebellengruppe "Lords Resistance Army" (LRA) und der ugandischen Regierung gesehen. Zwischen 1987 bis 2006 haben viele Menschen alles verloren, was sie besaßen. Es gab so viele Waisen, so viele Witwen. Und mit dem traditionellen System haben wir damals festgestellt, dass Frauen kein Recht auf Eigentum, insbesondere auf Land, hatten. Um diese Lücke zu schließen und für die Landrechte von Frauen einzutreten, wurde FAPAD ursprünglich gegründet. Eine der wichtigsten Visionen von FAPAD war der Schutz von Witwen und Waisen. Mittlerweile haben sich unsere Aktivitäten ausgeweitet, aber im Großen und Ganzen kümmern wir uns bis heute um die Menschenrechtsangelegenheiten von Bedürftigen.

Wie genau sieht das aus?

Wir befähigen die Gemeinschaft, für ihre Rechte einzutreten und sich verantwortlich zu fühlen. Dabei bieten wir Sozialdienste für Familien an und fördern zum Beispiel Maßnahmen zur Existenzsicherung. Wir verfolgen einen holistischen Ansatz. Zu Menschenrechten gehört, dass eine Familie gut essen kann, dass sie ein stabiles Einkommen hat, dass sie in der Lage ist, sich Gesundheitsdienste zu leisten und dass die Kinder eine Chance auf Bildung erhalten. Und in diese Gemengelage fällt auch der Umweltschutz und einkommensgenerierende Maßnahmen, wie die Imkerei.