Blanka Havrillová ist Fachkraft im Zivilen Friedensdienst (ZFD) und unterstützt die Arbeit des Erzbischöflichen Jugendpastoralzentrum Johannes Paul II. Als Pädagogin für interreligiöse Jugendbildung und Friedensarbeit wird sie in dem Zentrum in Sarajewo, das in bosnischer Sprache "Nadbiskupijski Centar za Pastoral Mladih Ivan Pavao II" heißt, mitwirken. Es besteht seit 2007 und hat bereits über 10.000 jungen Menschen die Möglichkeit eröffnet, sich weiterzubilden, auszutauschen und ihre Fähigkeiten durch informelle Bildungsangebote zu entfalten. Das Spektrum reicht von Weiterbildungen, Demokratiearbeit und spirituellen Begegnungen über Freiwilligendienste, Sportaktivitäten und landwirtschaftliche Praktika bis hin zu Festivals und weiteren Formaten. Mit den langjährigen Erfahrungen in der Jugendarbeit, dem Vertrauen, welches die Eltern der Kinder und Jugendlichen der Arbeit des Zentrums entgegenbringen und einer gut ausgebauten Infrastruktur, bietet die Institution ideale Voraussetzungen, um inklusive Dialog- und Begegnungsräume zu schaffen. Nicht zuletzt bietet sie Raum für so sensible Themen wie dem interreligiösen Dialog und der Aufarbeitung der gewaltbelasteten Vergangenheit. In einem multikulturellen und interreligiösen Umfeld werden hier gemeinsam mit motivierten Menschen kreative und inhaltlich fundierte Angebote für und mit Jugendliche(n) entwickelt und umgesetzt. Im Mittelpunkt der Arbeit steht das Streben nach Gerechtigkeit durch die Anerkennung von Menschenrechtsverbrechen und die Würdigung aller von Gewalt Betroffenen. Gleichzeitig geht es darum, ethnisch-religiöse Grenzen durch Dialog und Kooperation zu überwinden, Stereotype, Vorurteile und Misstrauen abzubauen sowie eine gemeinsame Geschichtsschreibung zu fördern, die unterschiedliche Narrative anerkennt und gemeinsame Sichtweisen sucht.
Blanka Havrillová wird in Sarajevo Veranstaltungen für Jugendliche zu Themen wie dem interreligiösem Dialog, dem gewaltfreiem Zusammenleben in multiethnischen Gesellschaften sowie zu sozialen Herausforderungen wie Jugendarbeitslosigkeit oder Migration organisieren. Auch interethnische und interreligiöse Begegnungsformate auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene wird sie gestalten und die Netzwerkarbeit des Zentrums mit religiösen und zivilgesellschaftlichen Partnern stärken. Gemeinsam mit ihren Kolleg*innen wird sie ein Konzept für die Öffentlichkeitsarbeit des Jugendzentrums entwickeln und ihnen Weiterbildungen zu Methoden der Friedens- und Erinnerungsarbeit anbieten. Mit einem Bachelor in Erziehungswissenschaften und Erfahrungen als AGIAMONDO-Fachkraft in Timor-Leste und Haiti bringt Blanka Havrillová fundiertes Wissen zu interreligiösem Dialog und dem Umgang mit gewaltbelasteter Vergangenheit mit. Am 15. Januar ist sie nach Sarajevo ausgereist. Wir wünschen Blanka Havrillová einen guten Start und viel Erfolg in Bosnien Herzegowina.
16.01.2026
