„Reges Interesse am Austausch“

ZFD-Fachkraft Philipp Conrad, sein Vorgesetzter Reverend Fr. Lucas Ong’esa Manwa und die Sekretärin Colletah Wanza (von rechts) im Büro von CIRDE.

Anlässlich des Internationalen Tages der Religionen am 17. Januar 2021 stellen wir die Kommission für Interreligiösen Dialog und Ökumene (CIRDE) in Kenia vor. ZFD-Fachkraft Philipp Conrad arbeitet dort im Rahmen des ZFD-Landesprogramms von AGIAMONDO in Kenia seit März 2020 mit. CIRDE ist Teil der nationalen kenianischen Bischofskonferenz in Nairobi und will den Dialog und die Zusammenarbeit verschiedener Religionsgemeinschaften in Kenia fördern.

Inter- und intrareligiöser Dialog verschiedener Religionsgemeinschaften in Kenia

CIRDE (Commission for Interreligious Dialogue and Ecumenism) wurde 2019 gegründet. Die Kommission möchte sowohl ökumenische Gespräche mit verschiedenen christlichen Kirchen fördern als auch den Austausch und die Zusammenarbeit mit muslimischen, hinduistischen und traditionellen afrikanischen Religionsgemeinschaften. Dafür baut sie Strukturen und ein Netzwerk von CIRDE-Büros in allen Diözesen Kenias zusammen mit deren Koordinator*innen auf. Dabei muss sie nicht am Punkt Null beginnen, denn einen aktiven interreligiösen Dialog gibt es bereits in einigen Diözesen. Andere stehen allerdings erst am Anfang. Die CIRDE-Kommission hilft ihnen bei der Organisationsentwicklung und gibt in Trainings thematische Anregungenzum Austausch zwischen den verschiedenen Religionsgemeinschaften. Bei der Entwicklung der Inhalte unterstützt das Institut für Interreligiösen Dialog und Islamwissenschaften (IRDIS)des Tangaza University Colleges in Nairobi. Dort arbeitet ebenfalls eine AGIAMONDO-Fachkraft mit. In der Zusammenarbeit mit den Diözesen geht es neben dem Aufbau der nötigen Strukturen auch um gut funktionierende Kommunikation zwischen den jeweiligen Diözesen und den verschiedenen Religionsgemeinschaften.

Menschen diverser Glaubensrichtungen zusammenbringen

Philipp Conrad hat als ZFD-Fachkraft den Aufbau von CIRDE fast von Beginn an unterstützt. Durch die Covid-19 Pandemie waren allerdings direkte Begegnungen kaum möglich, Treffen wurden vor allem online durchgeführt. Der Friedens- und Konfliktforscher arbeitet im Team mit seinem Vorgesetzten Reverend Fr. Lucas Ong’esa Manwa und der Sekretärin Colletah Wanza zusammen. Ab Januar 2021 wird ein weiterer Kollege dazu kommen. Meetings und Trainings werden nicht mehr im Büro in Nairobi angeboten, sondern im Home-Office mit den Partnern in den jeweiligen Diözesen.  Die wenigen Meetings vor Ort nimmt Philipp Conrad gerne wahr, nicht zuletzt um auch das Land etwas besser kennenzulernen. Bei den Treffen bringt das Team von CIRDE Teilnehmer*innen unterschiedlicher Glaubensrichtungen zusammen und bietet ihnen die Möglichkeit zum Kennenlernen und zur Vernetzung. Der intrareligiöse Dialog fördert ökumenische Gespräche zwischen Angehörigen der katholischen Kirche, der Pfingstkirchen (Pentecostals), der Anglikaner und weiterer christlicher Kirchen. Im interreligiösen Dialog kooperiert CIRDE mit Muslimen, Hindus und „African Traditional Religions“.

Starkes Interesse an interreligiösen Kontakten

Ein großer Erfolg der noch jungen Institution ist das rege Interesse am Austausch zwischen den diversen Religionen. Philipp Conrad sagt: „Bei den diözesanen Koordinatoren hat unser Team große Neugier und Offenheit auf das Zusammentreffen mit anderen Religionsvertretern festgestellt.  Und unser diesjähriges „Annual General Meeting“ war mit 40 Teilnehmern sehr viel erfolgreicher als das Meeting in 2019 mit nur 14 Personen. Zudem waren in 2020 fast alle Diözesen vertreten und Diözesen, die noch kein CIRDE Büro haben, sind nun motiviert eines aufzubauen.“

11.01.2021

Text: Ursula Radermacher